Bei Pflegegrad 3 übernimmt die Pflegekasse in der Regel die Kosten für den Hausnotruf, wenn eine medizinische Notwendigkeit besteht. Der Hausnotruf gilt als technisches Pflegehilfsmittel nach § 40 SGB XI. Der Basistarif wird anerkannt; Zusatzleistungen müssen meist privat gezahlt werden.
Wichtige Erkenntnisse
- Bei Pflegegrad 3 übernimmt die Pflegekasse in vielen Fällen den Basistarif des Hausnotrufs
- Der Hausnotruf gilt als technisches Pflegehilfsmittel nach § 40 SGB XI
- Die medizinische Notwendigkeit bleibt entscheidend für die Bewilligung
- Zusatzleistungen wie Sturzerkennung oder mobile Systeme sind privat zu zahlen
- Ein Antrag bei der Pflegekasse ist weiterhin erforderlich
- Auch ohne Genehmigung kann ein Hausnotruf privat genutzt werden
Inhaltsverzeichnis
Übernimmt die Pflegekasse den Hausnotruf bei Pflegegrad 3?
Ja, bei Pflegegrad 3 übernimmt die Pflegekasse in vielen Fällen die Kosten für den Hausnotruf, sofern eine medizinische Notwendigkeit besteht. Der Hausnotruf zählt als technisches Pflegehilfsmittel nach § 40 SGB XI und dient dazu, die häusliche Pflege sicherzustellen und zu erleichtern.
Der höhere Pflegegrad verbessert die Bewilligungschancen – ersetzt jedoch nicht die Prüfung der individuellen Situation.
Warum sind die Bewilligungschancen bei Pflegegrad 3 höher?
Bei Pflegegrad 3 liegt bereits eine erhebliche Beeinträchtigung der Selbstständigkeit vor. Das bedeutet:
- höheres Sturzrisiko
- eingeschränkte Mobilität
- häufige gesundheitliche Komplikationen
- erhöhter Unterstützungsbedarf im Alltag
Diese Faktoren sprechen häufig für die Notwendigkeit eines Hausnotrufs, insbesondere wenn die betroffene Person überwiegend allein lebt.
Welche Kosten übernimmt die Pflegekasse bei Pflegegrad 3?

Bei Pflegegrad 3 übernimmt die Pflegekasse den anerkannten Basistarif eines Hausnotrufsystems, sofern die medizinische Notwendigkeit bestätigt wurde. Maßgeblich ist, dass der Hausnotruf die häusliche Pflege ermöglicht oder wesentlich erleichtert.
Zur Grundversorgung gehören in der Regel:
- Basisstation für die Wohnung
- Notrufarmband oder Funksender
- 24-Stunden-Notrufzentrale
Diese Leistungen gelten als technische Pflegehilfsmittel.
Was zählt nicht zur Kostenübernahme?

Nicht automatisch übernommen werden zusätzliche Komfort- oder Sicherheitsoptionen, die über den Basistarif hinausgehen.
Dazu zählen beispielsweise:
- Mobile Hausnotrufsysteme für unterwegs
- Automatische Sturzerkennung
- Zusätzliche Sprechstellen für weitere Räume
- Erweiterte Serviceleistungen
Diese Zusatzleistungen können individuell hinzugebucht werden, sind jedoch privat zu tragen.
Basistarif vs. Zusatzleistungen
Die Pflegekasse finanziert die notwendige Grundabsicherung.
Erweiterungen, die über die Basisfunktion „Notruf in der Wohnung“ hinausgehen, gelten als Zusatzleistungen und sind nicht Teil der regulären Kostenübernahme.
Was kostet ein Hausnotruf bei Pflegegrad 3 wirklich?
Die tatsächlichen Kosten eines Hausnotrufs bei Pflegegrad 3 hängen davon ab, ob die Pflegekasse den Basistarif genehmigt und ob zusätzliche Leistungen gewünscht werden. Entscheidend ist also nicht nur der Pflegegrad, sondern auch der gewählte Leistungsumfang. Grundsätzlich lassen sich drei typische Situationen unterscheiden.
Szenario 1: Mit Genehmigung der Pflegekasse
Wird der Hausnotruf als notwendig anerkannt, übernimmt die Pflegekasse den Basistarif gemäß den gesetzlichen Vorgaben. In vielen Fällen bedeutet das eine deutliche finanzielle Entlastung für Betroffene.
Abgedeckt sind üblicherweise:
- Basisstation für die Wohnung
- Notrufarmband
- 24/7-Notrufzentrale
Je nach Tarif kann eine geringe private Zuzahlung entstehen.
Szenario 2: Mit zusätzlichen Sicherheitsoptionen
Wer mehr Sicherheit wünscht, kann den Hausnotruf erweitern. Bei Pflegegrad 3 sind Zusatzleistungen besonders sinnvoll, etwa bei:
- stark eingeschränkter Mobilität
- häufigen Stürzen
- Unsicherheit außerhalb der Wohnung
Typische Erweiterungen:
- Mobile Notrufsysteme
- Automatische Sturzerkennung
- Zusätzliche Sprechstellen
Diese Leistungen sind privat zu zahlen, da sie über den Basistarif hinausgehen.
Szenario 3: Ohne Genehmigung (Selbstzahler)
Wird der Antrag abgelehnt oder bewusst kein Antrag gestellt, kann der Hausnotruf jederzeit privat genutzt werden.
Bei IMPORA bedeutet das:
- Basisstation inkl. SIM: 30,35 € pro Monat (inkl. MwSt.)
- Notfallarmband inklusive
- Zusatzoptionen individuell wählbar
Ein sofortiger Start ist möglich – unabhängig von der Entscheidung der Pflegekasse.
Wird ein Hausnotruf bei Pflegegrad 3 automatisch bewilligt?
Nein. Auch bei Pflegegrad 3 wird ein Hausnotruf nicht automatisch von der Pflegekasse bewilligt. Zwar sind die Bewilligungschancen deutlich höher als bei Pflegegrad 1 oder 2, dennoch prüft die Pflegekasse jeden Antrag individuell.
Der Pflegegrad allein reicht nicht aus – entscheidend ist die konkrete medizinische und soziale Situation.
Warum gibt es trotz Pflegegrad 3 keine automatische Genehmigung?
Die Pflegekasse ist gesetzlich verpflichtet zu prüfen, ob ein Hausnotruf im Einzelfall notwendig ist. Dabei wird beurteilt, ob das System:
- die häusliche Pflege ermöglicht oder erleichtert
- ein reales Notfall- oder Sturzrisiko absichert
- eine Versorgungslücke schließt (z. B. bei Alleinleben)
Auch bei Pflegegrad 3 kann die Pflegekasse davon ausgehen, dass bereits ausreichend Unterstützung vorhanden ist – etwa durch im Haushalt lebende Angehörige.
Was prüft die Pflegekasse konkret?
Bei Pflegegrad 3 werden insbesondere folgende Punkte bewertet:
- Lebt die pflegebedürftige Person überwiegend allein?
- Besteht ein erhöhtes Sturz- oder Notfallrisiko?
- Gibt es nächtliche Unsicherheiten oder Orientierungsprobleme?
- Können Angehörige oder Pflegepersonen im Notfall sofort helfen?
- Bestehen relevante Vorerkrankungen (z. B. Herz-Kreislauf, Diabetes)?
Je mehr dieser Punkte zutreffen, desto höher ist die Bewilligungswahrscheinlichkeit.
Pflegegrad 3 richtig einordnen
Pflegegrad 3 bedeutet eine erhebliche Beeinträchtigung der Selbstständigkeit, aber keine automatische Anerkennung jedes Hilfsmittels.
Der Hausnotruf wird bewilligt, wenn er zusätzlich notwendig ist – nicht allein wegen des Pflegegrades.
Wann ist ein Hausnotruf bei Pflegegrad 3 besonders sinnvoll?
Ein Hausnotruf ist bei Pflegegrad 3 besonders sinnvoll, wenn gesundheitliche Einschränkungen das Risiko von Stürzen oder medizinischen Notfällen erhöhen und schnelle Hilfe jederzeit erreichbar sein muss.
Gerade bei fortschreitender Pflegebedürftigkeit trägt ein Hausnotruf wesentlich zur Sicherheit im Alltag bei.
Besonders empfehlenswert ist ein Hausnotruf bei Pflegegrad 3, wenn:
- ✔ Eingeschränkte Mobilität besteht
Unsicheres Gehen, Muskelschwäche oder eingeschränkte Beweglichkeit erhöhen das Sturzrisiko erheblich. - ✔ Häufige Stürze oder Beinahe-Stürze auftreten
Wiederholte Stürze sind ein klares Warnsignal für erhöhten Handlungsbedarf. - ✔ Chronische oder akute Erkrankungen vorliegen
Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder neurologische Erkrankungen können plötzliche Notfälle verursachen. - ✔ Nächtliche Unsicherheit besteht
Orientierungsprobleme oder nächtliches Aufstehen erhöhen das Risiko unbeobachteter Notfälle. - ✔ Angehörige nicht im selben Haushalt leben
Ein Hausnotruf schafft Sicherheit, wenn im Ernstfall niemand sofort vor Ort ist.
Mehr Sicherheit und Entlastung
Ein Hausnotruf ermöglicht Menschen mit Pflegegrad 3, länger selbstständig in der eigenen Wohnung zu leben. Gleichzeitig entlastet er Angehörige, da im Notfall sofort professionelle Hilfe organisiert wird.
Fazit: Wer zahlt den Hausnotruf bei Pflegegrad 3?
Bei Pflegegrad 3 übernimmt die Pflegekasse in vielen Fällen die Kosten für den Hausnotruf, sofern eine medizinische Notwendigkeit vorliegt. Der Basistarif wird als technisches Pflegehilfsmittel anerkannt, während Zusatzleistungen privat zu tragen sind.
Trotz höherer Bewilligungschancen erfolgt keine automatische Genehmigung – die individuelle Lebenssituation bleibt entscheidend.
Ein Hausnotruf ist bei Pflegegrad 3 jedoch häufig ein sinnvoller Bestandteil der häuslichen Pflege. Er erhöht die Sicherheit, unterstützt die Selbstständigkeit und entlastet Angehörige spürbar.
Häufige Fragen: Wer zahlt Hausnotruf bei Pflegegrad 3?
Ist ein Hausnotruf bei Pflegegrad 3 kostenlos?
Ein Hausnotruf kann bei Pflegegrad 3 weitgehend von der Pflegekasse übernommen werden, wenn eine medizinische Notwendigkeit anerkannt wird. Ob eine vollständige Kostenübernahme erfolgt, hängt vom Basistarif und möglichen Zusatzleistungen ab.
Wird der Hausnotruf bei Pflegegrad 3 automatisch bewilligt?
Nein. Auch bei Pflegegrad 3 erfolgt keine automatische Bewilligung. Die Pflegekasse prüft individuell, ob der Hausnotruf für die häusliche Pflege notwendig ist – insbesondere anhand von Sturzrisiko, Alleinleben und Gesundheitszustand.
Welche Leistungen übernimmt die Pflegekasse bei Pflegegrad 3?
Die Pflegekasse übernimmt in der Regel den anerkannten Basistarif eines Hausnotrufsystems. Dazu gehören Basisstation, Notrufarmband und die 24-Stunden-Notrufzentrale. Zusatzfunktionen müssen meist privat bezahlt werden.
Werden Sturzerkennung oder mobile Hausnotrufsysteme bezahlt?
Zusatzleistungen wie automatische Sturzerkennung oder mobile Notrufsysteme gelten nicht als Basistarif. Sie können sinnvoll sein, werden aber in der Regel nicht von der Pflegekasse übernommen.
Muss ich den Antrag selbst bei der Pflegekasse stellen?
Ja, der Antrag auf Kostenübernahme muss bei der zuständigen Pflegekasse gestellt werden. Viele Anbieter unterstützen bei der Antragstellung und helfen dabei, die medizinische Notwendigkeit korrekt darzustellen.
Kann ich einen Hausnotruf auch ohne Genehmigung nutzen?
Ja. Ein Hausnotruf kann jederzeit privat genutzt werden – auch ohne Genehmigung der Pflegekasse. Das ist besonders sinnvoll, wenn sofortige Sicherheit benötigt wird oder ein Antrag noch geprüft wird.

